Schulden wegen Coronavirus belastet junge Familien

Ein Schweizer Schuldnerberater hat in der NZZ offenbart, dass schon bald die ersten Schweizerinnen und Schweizer in einen Schuldenstrudel gezogen werden könnten. So heißt es, dass bald tausende Schweizer ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen werden können. Das hat vor allem für junge Familien drastische Auswirkungen. 

 

Anhäufende Schuldenberge

Der Corona Lockdown wird in der Schweiz nach und nach zurückgefahren. Restaurants und Läden dürfen seit dem 11. Mai wieder öffnen. Allerdings sieht es für die meisten Schweizer und Schweizerinnen nicht rosig aus. Zahlreiche Verschuldete können aufgrund der Krise ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. Damit einhergehend geraten sie in eine Schuldenspirale, aus der sie über Jahre nicht mehr entkommen. Derzeit ist noch wenig von dem sich anhäufenden Schuldenberg zu sehen. Doch hier warnt die Schuldenberatung Kanton Zürich davor. Denn die derzeit ausgestellten Rechnungen müssen demnächst bezahlt werden. Diese führen zu Mahnungen, Betreibungen und letztlich zu einem Anstieg von Schuldner und Schuldnerinnen in der Schweiz. 

 

Ausgaben und Kredite können nicht mehr gestemmt wird

Die SRF geht davon aus, dass der Schuldenberg in der Krise um bis zu 50 Milliarden Franken steigt. Außerdem ist gemäß der Neuen Zürcher Zeitung das Volumen an Konsumkrediten im letzten Jahr auf rund 8 Milliarden Franken gestiegen. Allerdings gilt, dass man Verschuldung mit Überschuldung nicht gleichsetzen kann. Trotz einer Verschuldung schaffen es viele ihre Ausgaben zu stemmen. Anders sieht das bei einer Krise aus. Max Klemens von der Schuldenberatung Kanton Zürich beschreibt die aktuelle Situation mit den Worten „Eine Krise wie diese hier bringt das Fass dann zum Überlaufen“. Das verdeutlichen auch die aktuellen Arbeitslosenzahlen. So ist im März die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich um 0,5 % auf 2,8 % gestiegen und lag Ende April bereits bei 3,1%. Damit sinken die Einnahmen, allerdings bleiben die Ausgaben gleich. Mit der veränderten Situation können Ausgaben und Kreditraten nicht mehr getragen werden und führen so zu einer finanziellen Notsituation. 

 

Corona-Krise wird zu einer großen Herausforderung für Familien

Neben fehlenden sozialen Kontakten, der Schließung von Schulen und Kita kommen gleichzeitig finanzielle Sorgen und Schulden auf Familien zu. Die Atmosphäre in Familien ist derzeit doppelt belastet. Die Oberberg-Aktuell weist darauf hin, dass durch drohende Kurzarbeit oder Sorge um den Arbeitsplatz die finanziellen Ängste steigen und Eltern oftmals gereizter und angespannter reagieren. Besonders einkommensschwache Familien und ärmere Menschen trifft es härter. So schreibt der Businessinsider, dass besonders Eltern junger Kinder derzeit am stärksten von den Einschränkungen betroffen sind. Gleichzeitig belastet Homeschooling oder fehlende Kinderbetreuung Familien. Diese führen zum Teil dazu, dass ein Familienteil nicht mehr arbeiten kann. Hinzu kommen höhere Ausgaben, da anstelle der Mahlzeit in der Kantine nun zuhause für die Kinder gekocht werden muss. Die Kraichgau News zeigt, dass besonders Familien betroffen sind, die bereits vor der Coronakrise in finanzielle Schwierigkeiten steckten. Laut SRF schlägt sich das auch in den derzeitigen steigenden Anfragen bei der Caritas nieder, die vor allem von alleinerziehenden Müttern und Familien eingehen.  

 

Aus dem Schuldenstrudel entkommen

Maßgeblich ist es, dass Familien sich mit ihrer veränderten finanziellen Situation auseinandersetzen. Wer sich bereits in einem Schuldenberg befindet und in Zahlungsnot gerät, sollte auf jeden Fall zunächst die wichtigsten Ausgaben bezahlen. Dazu gehören Miete, Krankenkassenprämien und Lebensmittel. Bei Ausgaben, welche nicht bezahlt werden können, sollte man Gläubiger um einen Zahlungsaufschub bitten. Außerdem ist es ratsam, sich sofort professionelle Hilfe zu suchen. Allerdings sollte man von Konsumkrediten Abstand halten. Diese stopfen ein derzeitiges finanzielles Loch, graben allerdings gleichzeitig ein noch tieferes Schuldenloch. 

Photo by Juliane Liebermann on Unsplash

 

 

Zurück

VORHERIGER ARTIKEL
NÄCHSTER ARTIKEL

0 Kommentar

Comments are disabled for this post.