So arbeitet der Zinseszins für Dich

 

Das Konzept des Zinseszinses beschreibt, dass der Sparer im Laufe der Jahre Zinsen auf immer mehr angesammelte Zinsen erwirtschaftet. Das heißt also, je länger die Geldanlage, desto kräftiger der Effekt! Geht das denn auch?

Sparer, die im Laufe der Jahre Zinsen auf immer mehr angesammelte Zinsen erwirtschaftet profitieren vom Zinseszins. Das heißt also, je länger die Geldanlage, desto kräftiger der Effekt! Gilt dies denn auch bei der aktuellen Niedrigzinssituation am Finanzmarkt? Geht das denn auch? Ist der Zinseszins tatsächlich eine geniale Anlageform oder doch gar ein Ersparnis-Fresser?

Häufig wird behauptet, dass die aktuelle Niedrigzinssituation den Effekt negativ beeinflusst und den Sparer ausbremst. Das kann jedoch nicht pauschal so gesagt werden. Auch wenn der Zinseszins erst ab fünf Prozent Rendite im Jahr so richtig in Gang kommt, sollte die Wirkung des Zinseszinses nicht unterschätzt werden. Da Banken derzeit keine fünf Prozent oder mehr an Zinsen anbieten können, ist der Aktienmarkt zurzeit eine gute Alternative, wo diese angeboten werden. 

Bei der Zinseszins-Rechnung wird davon ausgegangen, dass die jährlichen Zinserträge immer wieder zusammen mit dem Startkapital zum selben Zinssatz angelegt werden. So wächst das Vermögen überproportional innerhalb eines langfristigen Zeitraumes an.

 

Drei Spar-Methoden um den Hebel des Zinseszins-Effektes ideal auszunutzen 

Sparer*in 1 spart ab dem 25. Lebensjahr bis zum 65. Lebensjahr jährlich 5.000 Franken. Sparer*in 2 spart nur von 25 bis 35 Jahren 5.000 Franken im Jahr und lässt das Ersparte dann verzinst liegen. Sparer*in 3 spart von 35. Lebensjahr bis zum 65. Lebensjahr jährlich ebenfalls 5.000 Franken pro Jahr. 

Die durchschnittliche Rendite von Aktieninvestments liegt derzeit bei einer Verzinsung von sieben Prozent jährlich. Aus dem Grund wird diese Verzinsung in unserem Anschauungsmodell genutzt.

Dass Sparer*in 1 mit dem jährlichen Sparen über einen Zeitraum von 40 Jahren am meisten Geld anspart, erscheint schnell logisch. Aber dass er mit 65 Jahren so einen großen Abstand zu Sparer*in 2 und Sparer*in 3 hat, überrascht doch sehr. Sparer*in 1 hat Dank des Zinseszinseffekts 1,07 Millionen Franken angesammelt, wobei lediglich 200.000 Franken im Laufe der Zeit eingezahlt wurden.

Mit 35 Jahren hört Sparer*in 2 auf zu sparen. Die nächste große Überraschung zeigt der Verlauf von Sparer*in 2. 50.000 Franken wurden innerhalb von 10 Jahren nun investiert. Auch wenn Sparer*in 2 bis zum 65. Lebensjahr nicht mehr einzahlt, wird Dank des Zinseszinses etwa 562.000 Franken erwirtschaftet. 

Obwohl Sparer*in 3 10 Jahre länger spart, hat Sparer*in 2 sogar einen höheren Endbetrag als Sparer*in 3. Das liegt daran, dass Sparer*in 3 zu einem späteren Zeitpunkt begonnen hat zu sparen. In diesem Fall werden bis zum 65 Lebensjahr etwa 505.000 Franken erzielt.

Ein Hinweis: Dieser Zinseszinseffekt kann leider nicht erzielt werden, wenn der Zinssatz nur bei einem Prozent liegt oder wenn dieser häufig schwankt.

 

Kurz gesagt:
Je früher du sparst - auch kleine Summen - und die Zinsen verzinsen werden, kannst du vom Zinseszinseffekt profitieren.

Ein überproportionaler Anstieg resultiert aus dem Effekt der Zinseszinsen. Zudem wirkt er umso stärker, je länger die Dauer der Anlage und je höher der Zins ist. Aktuell wird von Finanzexperten empfohlen, in den Aktienmarkt zu investieren und die dabei erwirtschaftete jährliche Rendite direkt wieder zu investieren. Wird die Rendite reinvestiert, können zukünftig noch höhere Renditen erzielt werden. So kann der Zinseszinseffekt auch am Aktienmarkt angewandt werden und die Anlage wächst schneller.

Ein anderer positiver Nebeneffekt von Zinsen ist, dass sie zum Teil steuerlich absetzbar sind. Viele Auszubildenden und Studenten finanzieren ihre Ausbildung über einen Ausbildung- oder Studienkredit. Im Gegensatz zu den Tilgungsraten sind jedoch die Darlehenszinsen als Sonderausgaben oder Werbungskosten von der Steuer absetzbar. 

Eine clevere Anlagestrategie in jungen Jahren nutzt den langfristigen Zinseszinseffekt und bringt so eine überproportionale Wertsteigerung der Anlage. Voraussetzung dabei ist jedoch eine bestimmte Höhe des Zinssatzes sowie eine Anlagezeit von mehr als 15 Jahren. 

Niedrigzinsen oder schwankende Zinshöhen, wie diese derzeit bei Banken zu beobachten sind, machen dich leider arm. Andererseits kannst du deine Darlehenszinsen, die du im Rahmen eines Bildungskredits zu zahlen hast, wieder steuerlich gelten machen.

 

Foto: Dragos Gontariu von Unsplash

 

 

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